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Demnächst: Von der Villa zum Peitschenknall – 100 Jahre Waldsiedlung Zehlendorf Onkel Toms Hütte

Als der Bauunternehmer Adolf Sommerfeld (1886-1964) in den Jahren 1922/23 das Areal zwischen Fischtal und Grunewaldsee von den Erben der Familie Pasewaldt erwarb, prägten noch ein lichter Kiefernhochwald und Wiesenflächen den Zehlendorfer Norden. Doch zwei Jahre später verkaufte Sommerfeld das Areal an die 1924 gegründete Gehag, die einen vorliegenden Entwurf für eine Wohnsiedlung durch Bruno Taut (1880-1938), Hugo Häring (1882-1958) und Otto Rudolf Salvisberg (1882-1940) überarbeiten ließ. Schon neun Monate nach Baubeginn zogen die ersten Bewohner in die Siedlung ein.

Die Onkel Tom Siedlung gehört zu den bedeutendsten Siedlungen des Neuen Bauens. In sieben Bauabschnitten entstanden 1.919 Wohnungen, davon 1.104 Geschosswohnungen, 812 Reihenhäuser und drei freistehende Einfamilienhäuser. Doch mit ihrer Sachlichkeit, den Flachdächern und farbigen Fassaden stießen die Bauten in dem durch Villen und Landhäuser geprägten Bezirk auf heftige Kritik. Der Bezirksbürgermeister verschrie die Häuser als „Zigarrenkistenkunst, die nach Südamerika gehöre“.

Die neue Sonderausstellung zum 100-jährigen Bestehen der Waldsiedlung Onkel Toms Hütte bietet:

  • Persönliche Geschichten: Erinnerungen, Erfahrungen und Eindrücke der in der Siedlung lebenden Bewohner.
  • Historische Einblicke: Informationen zum Zehlendorfer Dächerkrieg und zur differenzierten Farbgestaltung der Fassaden und Innenräume.
  • Einzigartige Exponate: Türen und Fenster in Originalfarben, Grundrisse der Wohnungen und Einrichtungsvorschläge der Musterwohnungen.

Infos zur Ausstellung

  • Ort: Heimatmuseum Zehlendorf, Clayallee 355, 14169 Berlin
  • Zeitraum: 10. Mai bis 13. September 2026 (Tag des Offenen Denkmals)
  • Öffnungszeiten: Sonntag und Mittwoch 11:00–15:00 Uhr, Donnerstag 15:00–18:00 Uhr
  • Mehr Informationen: Zehlendorfer Heimatbrief April 2026

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