| Die Ausstellung dokumentiert in anschaulicher Weise die Anfänge des Feuerschutzes nach
der „Dorf-Ordnungk“ von 1665 über die Freiwilligen Wehren von Zehlendorf, Dahlem,
Nikolassee und Wannsee rund um die Wende des vorigen Jahrhunderts bis hin zur modernen,
leistungsfähigen Berliner Berufsfeuerwehr der heutigen Tage mit den Wachen in Zehlendorf
und Wannsee. Ausgestellt sind früher gebrauchte sowie heute verwendete Einsatzgeräte, die
durch historische Aufnahmen und schriftliche Exponate ergänzt werden.
Zunächst war Feuerschutz als nachbar-schaftliche Hilfe organisiert. Die Bauern mussten
Ledereimer, Leiter, Feuerhaken und Laterne einsatzbereit vorhalten. 1798 wurde die
erste Spritze angeschafft und auf der Dorfaue ein Feuerwehrschuppen errichtet. Ab 1872
richtete Zehlendorf als selbständige Landgemeinde einen Branddienst ein, zu dem aus den
männlichen Bewohnern Dienstverpflichtete ausgelost wurden. Motivierend und effektiv
war dieses Verfahren nicht. Deshalb gründete sich am 7. Mai 1884 auf Anregung des
Gemeindevorstehers Wilhelm Dubrow der Verein „Freiwillige Feuerwehr“, der innerhalb
weniger Tage eine Kolonne von 16 Mann aufstellen konnte. Für sie wurde im gleichen Jahr
an der Hauptstraße (heute Clayallee 353) ein „Spritzenhaus mit Gefängnis und Arrestlokal
massiv mit Schieferdach“ gebaut.
Rund um die Jahrhundertwende 1899/1900 wurden auch in Nikolassee und Wannsee
Feuerwehrdepots eingerichtet. Auf der Domäne Dahlem gab es mindestens seit Mitte des 19.
Jahrhunderts eine eigene Gutsfeuerwehr.
Große Fortschritte im Brandschutz brachten im Jahre 1903 die Inbetriebnahme von 800
über den Ort verteilten Wasserhydranten und 1906 die Installation von 19 dezentralen
Feuermeldern sowie am 8. August 1908 der Bezug der neuen Wache in der Spandauer Straße
14 (heute Onkel-Tom-Straße). Sie war schon so konzipiert, dass das bis dahin von Pferden
gezogene Einsatzgerät durch motorgetriebene Fahrzeuge ersetzt werden konnte.
Kurz vor der Eingemeindung Zehlendorfs 1920 nach Groß-Berlin richtete zum 1. April 1919
die Gemeinde eine Berufsfeuerwehr ein, die 1920 in der Berliner Feuerwehr aufging.Nach dem Zweiten Weltkrieg musste mit einer Kraftleiter, einer Motorspritze und einem
amerikanischen Sanitätswagen von Neuem begonnen werden.
Heute arbeiten im Zehlendorfer Bereich die 1975 in Betrieb genommene Feuerwache an der
Wannseer Kronprinzessinnenstraße sowie die zwischen 1987 und 1992 gebaute Feuerwache
Charlottenburger Straße in Zehlendorf-Mitte.
Aus der sechzehn Mann starken Truppe einer Freiwilligen Wehr im Jahre 1884 sind im Laufe
der Zeit heute in den beiden Wachen insgesamt 168 hauptamtliche Einsatzkräfte geworden,
die für alle Aufgaben entsprechend dem Motto „Retten – Löschen – Bergen – Schützen“ gut
gerüstet sind.
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