Zehlendorf Jahrbuch 2020

Mit dem 100-jährigen Bestehen des Krankenhauses Waldfriede befassen sich gleich zwei Titelgeschichten. Die eine erzählt vom Alltag im Waldsanatorium Zehlendorf-West vor 1910. Die andere von der Zeit danach, in der die Klinik zur Trägerschaft der weltweiten evangelischen Freikirche der Adventisten gehört. Ein anderer Beitrag erinnert an die Bildung von Groß-Berlin und den Übergang Zehlendorfs von einer Landgemeinde zum X. Verwaltungsbezirk Berlins.

Die Leser erfahren Interessantes vom in Zehlendorf wohnenden Kunstsammler Eduard Fuchs, der auch Gründer der kommunistischen Partei war. Oder über die Augenklinik mit Familienanschluss von Dr. Eugen Oppenheimer zwischen 1911 und 1936. Andere Texte beschreiben einen Spaziergang in Heckeshorn und einen Rundgang zu exotischen Bäumen am Zehlendorfer Straßenrand. Wo stand eigentlich die Wiesenburg in Zehlendorf und was begann mit Bertha Martha? Auch diese Fragen werden kenntnisreich beantwortet.

Zwei Autoren bringen mehr Licht in die dunklen Zeiten Zehlendorfs. Einer stellt namentlich die stillen Heldinnen und Helden im Ortsteil Zehlendorf-West während des Nationalsozialismus vor, nennt aber auch die dort wohnenden willigen Helfer des Terrorregimes. Ein anderer widmet sich ausführlich der Arbeit des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik in Dahlem zwischen 1927 und 1945.